Der Grenadier ist ein Soldat, der durch Granaten oder einen Granatenwerfer eine höhere Feuerkraft aufbringt. In Vietnam hatte der Grenadier den M79 oder später den M203 Granatenwerfer zur Verfügung.
Ein Grenadier hatte keine besondere Ausbildung, jeder Soldat musste den Umgang mit dem Granatenwerfer im AIT (Advanced Infantry Training) erlernen.
Der Grenadier wurde vom Platoonleader bestimmt, meist der, der mit der Waffe am besten umgehen konnte. Eine Granate wird ballistisch geschossen, was einiges an Erfahrung und Gefühl verlangt. Wer also gut mit dem Granatenwerfer umgehen konnte, dem wurde er auch so schnell nicht mehr weggenommen. Ab 150 Meter musste man die Eigenheiten seiner Waffe schon genau kennen,. Wegen der unglaublich hohen Flugbahn.
Der Grenadier schloß die Lücke zwischen den Handgranaten und der Artillerie. Er deckte eine Reichweite von 50 – 300 Meter ab und verschoss 40mm Granaten.

 

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PFC Ward, im Einsatz.

 

Als Sekundärwaffe hatten die M79 Schützen einen Colt 1911A1 dabei. Denn wenn die Granatenmunition aus war, brauchten die Grenadiere eine Waffe zur Selbstverteidigung. Allerdings fehlten einer Squat dann 2 Schützen, denn mehr als Selbstverteidigung war der 1911er nicht. Einige Grenadiere schleppen zusätzlich noch ein M16 mit, dabei wurde bei dem M79 dann oft der Schaft abgesägt um ihn handlicher zu machen.
1966 begann man mit den Testversuchen des XM 148, einen Unterlaufgranatenwerfer für das M16. 1968 kam der XM203 zum Test in den Krieg und schon ein Jahr später wurde er standardmäßig als M203 eingeführt. Der M79 bleib deswegen noch weiter in Gebrauch. Für die 40mm Granaten gab es das M79 Bandoleer. Es hatte 2 Taschen, wo je 3 Granaten in ihrer Plastikhalterung reinpassten.

 

40mm Granaten in der weißen Plastikhalterung / M79 Bandoleer
40mm Granaten in der weißen Plastikhalterung / M79 Bandoleer

Diese Bandoleers hatten aber die Eigenschaft im Dickicht des Dschungels hängen zu bleiben und es war sehr schwer mit einer Hand eine Granate aus dem flexiblen Bandoleer zu nehmen. Aus diesem Grund waren diese Bandoleers bei den Schützen nicht sehr beliebt. Man funktionierte alles um, um Munition zu tragen. Die Marines in Vietnam nutzten den Three-pocket Grenade Carrier, welcher im 2 Weltkrieg für die Handgranaten verwendet wurde, für ihre 40mm Granaten.
Es wurden aber auch Claymorebags und die M1956 Universal Small Arms Ammunition Pouch (sog. M14 Magazintaschen) oder Canteencover verwendet um die Munition zu tragen. Später wurde dann die M79 Grenade Carrier Vest entwickelt. Jeder Grenadier schleppte ca. 30-40 Schuss mit sich.

 

Grenade Vests Prototype improved version
Grenade Vests Prototype improved version

 

Die Firma Natriks Labs entwickelte die Westen. Auf anraten eines Sergeant der Special Forces Kräfte, der erste Typ aus Nylon gebaut. Die Weste hat 6 Taschen, 2 an jeder Seite Vorne und je eine an jeder Seite Hinten.
Jede dieser Taschen faste 3 Granaten mit ihrer Plastikhalterung, so wie bei den Bandoleers. Geschlossen wurden die Taschen mit einem Klettband (Velcro fastener).
Zwischen den Monaten Mai 1966 und Juni 1966 wurden 6,687 dieser Westen zur US Army nach Vietnam geschickt. Diese Taschen wurden 1 Jahr lang in Vietnam getestet und fanden große Zustimmung.
Das ACTIV (Army Concept Team In Vietnam) empfahl diese Jacken und Natrick Labs ging in Produktion. Allerdings überarbeiteten sie die Weste, dass sie nun 24 Granaten fassen konnte. Jede Granate wurde jetzt in einer eigenen Tasche getragen und wurde mit einem Druckverschluss verschlossen. Die oberen 3 Taschen auf jeder Seite waren etwas größer, für Signal und Rauchgranaten. Die Weste bestand weiterhin aus Nylon mit einem Nylon Netz am Rücken, um einen Hitzestau zu vermeiden. Die Weste konnte man vorne mit einem Klettband und mit Druckknöpfen schließen. Ab Januar 1968 kamen diese Westen nach Vietnam. Die Granaten Westen sind so konzipiert, dass man sie über der Flakweste und über den Suspender trägt.

 

Corporal Ace mit dem M79 Granatenwerfer
Lt Striker weißt einen Grenandier ein, wo er das Feuer haben will.

Links, der Grenandier mit dem M79 Granatenwerfer.  Auf dem Bild ist der M 79 aufgeklappt zum Nachladen einer 40mm Granate. Als Munitionsträger benutzt er die Universal Small Arms Ammunition Pouch. Der Grenandier trägt die Tropical Combat Jacket 2nd Pattern Uniform und den M1 Helm.
Auf dem Rücken trägt er das Lightweight Rucksackgestell. Am Gestell kann man die 2 Quart Canteen, die Gasmaskentasche und ein weiteres Paar Handschuhe erkennen. Die M1949 Handschuhe dienten den Airmobile Einheiten zum abseilen. Oft wurden die Finger abgeschnitten um ein besseres Gefühl für die Waffe zu haben.

Auf diesem Bild weist Lt Striker, den Corporal  ein, wo er eine Granate hinhaben will. Kennzeichnend auf diesem Bild - der RTO (Im Hintergrund) weicht nie von der Seite des Offiziers.