Der Offizier ist ein Berufssoldat der die Verantwortung für Führung, Ausbildung und den Einsatz von Verbänden bzw. Truppenteilen hat.

In Amerika gibt es drei Wege ein Offizier zu werden:

 

Die Militärakademie:

Sie umfasst eine vierjährige Ausbildung kombiniert mit einer intensiven militärfachlichen Ausbildung und Vorbereitung auf Menschenführung mit einem Studium. Absolventen einer Militärakademie erhalten das "Regular Officer Patent", einen Bachelor-Abschluss und verpflichten sich zu mindestens sechs Jahren aktivem Dienst.

Die Reserveoffiziersausbildung:

Sie ist begleitend zum College-Studium. Die sogenannte "ROTC" wird an 500 Colleges angeboten. Die Studenten erhalten wöchentlich zwei bis fünf Stunden militärfachliche Ausbildung, und in den Semesterferien werden Trainingslager oder Praktika auf Militärstützpunkten durchgeführt. Die aktive Dienstverpflichtung beträgt in der Regel vier Jahre.

Die Kurzlehrgänge für College-Absolventen nach Waffengattung:

Die Kurzlehrgänge für College-Absolventen an den OCS/OTS-Schulen bestehen aus einem dreimonatigen Offizierslehrgang (12 Wochen "Basic Officer Training" (BOT)). Ungediente nehmen vorher an einer achtwöchigen Grundausbildung teil; körperliche Fitness ist unabdingbare Voraussetzung. Die Dienstverpflichtung beträgt mindestens zwei Jahre.

 

1st Lt Striker (Mitte) beim inspizieren der Truppe
1st Lt (Mitte) beim inspizieren der Truppe

Neben dem Regulären Offizier gab es noch die Fachoffiziere, die Warrant Officers.
Sie werden überwiegend aus den Mannschaften rekrutiert. Einem sechswöchigen Grundkurs schließt sich eine Fachschulung an. Die Dienstverpflichtung als WO beträgt mindestens drei Jahre. Zu beginn des Vietnamkrieges brauchte man für die Hubschrauber viele Piloten, diese mussten schnell ausgebildet werden, deswegen entschied man sich, dass fast alle Helikopterpiloten in Vietnam den Weg des Warrant Officers gingen.

Das Pflichtjahr des Offizieres dauerte auch 12 Monate, wobei er davon nur 6 Monate an der Front war,

die restlichen 6 Monate war er in der Ettape.

Von der Ausrüstung waren Offiziere genauso ausgestattet wie ein normaler GI. Es gibt nur wenige Unterschiede, z.B. die Dispatch Bag, oder den Kompass.
Als Hauptwaffe wurde das M14, M16A1 oder das XM177 verwendet.
Als 2. Waffe trug der Offizier noch eine Pistole. Die dienstlich ausgelieferte Pistole war die M1911A1. Offiziere hatten aber auch das Recht, private Pistolen zu verwenden.
Die Pistole diente mehr als Statusabzeichen, denn als wirklicher Schutz, die Vietnamesen betrachteten Faustfeuerwaffen als Zeichen der Autorität.

 

1st Lieutenant
1st Lieutenant

Der Lieutenant trägt auf dem Bild die normale Tropical Combat Uniform in der 3. Version, sie ähnelt den Vorgängern. Ab der 2. Version waren die Knöpfe verdeckt, um das Festhacken von Zweigen zu verhindern. Ab der 3. Version waren die Schulterklappen, Halsschutz und Taillenriegel verschwunden.

Auf der linken Schulter ist das Divisionsabzeichen der 101st Airborne Division angebracht. Als im Verlauf des Krieges oliv-schwarze Divisionsabzeichen eingeführt wurden, trug die 101st weiterhin die farbigen Abzeichen. Die so genannten „chicken man“ waren unter den Vietcong Einheiten gefürchtet. „Chicken man“ oder „chicken warrior” deswegen, da der Adler in Vietnam nicht bekannt war und der Vogel im Abzeichen deswegen als Hünchen interpretiert wurde.

Auf der rechten Seite trägt er das Abzeichen der 9th Infanterie Division. In dieser Einheit hat der LT früher einmal gedient. Womöglich in seiner ersten Tour in Vietnam als 2nd Lt.

Über der linken Brusttasche sind das CIB und die Silver Wings aufgenäht. Am Kragen ist die Waffengattung- Infanterie, mit 2 gekreuzten Flinten und der Zahl 187 darüber. Die 187 steht für die Einheit. Auf der anderen Seite die 1st LT Balken.

Auf seinem Kopf trägt er ein schwarzes Baseball Cap mit den Silver Wings, dem amerikanischen Fallschirmspringerabzeichen und einen Beercan Pin der 187th Rakkasans. Die schwarzen Baseball Caps wurden oft von den Airborne Einheiten getragen.

Der Offizier schaut gerade in seine Kartetasche, die Dispatch bag auf dem Bild ist die Korea Version, jedoch sehr ausgebleicht, normal ist sie Oliv. Diese Kartentaschen wurden in Vietnam jedoch selten im Feld verwendet.

William Dean, er war 1st LT bei der 3/187th Rakkasans, 101st AB DIV in der Zeit von 1969/1970 in Vietnam, erklärt: „I had a plastic map case that I had maps in. Sometimes it was in trouser pockets and sometime in pack.”

Er kaufte sich in den USA Plastikhüllen für Karten, und trug die Karten entweder in den Hosenseitentaschen oder im Rucksack.

An der Linken Schulter kann man die schwarzen Riemen eines Schulterholsters für den Colt 1911 erkennen.

Er trägt die Hose nach der Airborne Tradition in den Schuhen, hier die Jungle Boots 2nd Patern.

 

In leichter Kampfausrüstung
In leichter Kampfausrüstung

Hier steht der 1st Lieutenant in seiner leichten Kampfausrüstung wie sie auf kurzen Tagesetappen getragen wurde oder auch oft bei Airborne – Airassault Einheiten, welche von Helikoptern versorgt wurden und so mit leichter Kampfausrüstung auch für längere Touren im Dschungel bleiben konnten. Rucksäcke, Munition und Versorgung wurde mit Hubschraubern in die Nachtlager eingeflogen.

Dies hatte den Vorteil, dass die Einheiten mobiler waren und dank leichter Belastung auch schneller im Dschungel vorwärts kamen. Der Nachteil ist natürlich, dass der Feind immer wusste wo die Einheit ist, wenn sie durch die Helikopter versorgt wurden.

Um die Brust hängen zwei Baumwoll Bandoliere für die M16 Magazine, jedes Bandolier fasste 7 Magazine zusätzlich zu den 4 pro Magazintasche. Die Magazintaschen sind zwei Universal Pouch an dem Load-Carrying-Equipment M-1956, bestehend aus dem M-56 Pistol Belt und M56 Suspenders. Quer über der rechten Magazintasche ist das M1956 First Aid / Compass Case, in dem sich der Kompass des Offiziers befindet. An der anderen Magazintasche ist eine M18 Smoke Grenade angebracht. Die Granaten werden seitlich an einer Schlaufen an der Magazintaschen getragen, wobei der Sicherungsring mit Tape gesichert ist, und der Befestigungsriemen wird durch den Sicherungsstift geführt. Dies alles soll ein unkontrolliertes zünden der Granate verhindern.

Am hinteren Teil der Koppel hängt das Pack field M1961. Das so genannte Butt Pack ist die 2. Version und hatte einen Gummischlauch am Eingang, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. Dieses Butt Pack sollte den Rucksack überflüssig machen, es zeigte sich aber, dass es dazu viel zu wenig Fassungsvermögen hatte und ungenügend war. An den Seitenschlaufen des Putt Packs wurden links und rechts je eine Feldflasche befestigt um Platz an der Koppel zu schaffen.

Der Helm ist ein M1-C Fallschirmspringer Helm mit dem charakteristischen doppelten Kinnriemen, der hier nach oben weg steht und im Gummiband eingeklemmt ist.

Am Helm ist ein Döschen für die Ohrenschützer. Ansonsten wird auch Helmschmuck verzichtet. Bei der 187th war Helmschmuck aller Art verboten, da bunte Sachen im Helm, den Träger auch schnell verraten, und in tropischen Klima ist ein Helm alleine schon unbequem zu tragen, noch schlimmer wird es, wenn der Helm künstlich beschwert wird.

 

In Kampfausrüstung
In Kampfausrüstung

Bei diesem Bild wurde das Field Pack oder Butt Pack weggelassen und durch den Lightweight Rucksack ersetzt. Dieser Rucksack wurde im November 1965 eingeführt und war ab 1966 in Vietnam im Einsatz. Der Rucksack war auf einem Aluminium Tragegestell, und wurde meist wie auf dem Bild unten getragen, konnte aber auch oben am Gestell eingehängt werden. Zahlreiche weitere Ausrüstungsgegenstände konnten mit Hilfe der am Alugestell befestigten Bänder, befestigt werden. Der Leightweight Rucksack wurde jedoch für Arktische Verhältnisse konstruiert, wo der Soldat auch dicker Kleidung trägt. Mit den leichten Tropenuniformen wurde das ungepolsterte Alugestell schnell zu Qual für den Soldaten.

Es gibt wohl keinen Soldaten im Vietnamkrieg, der seinen Rucksack nicht schon unzählige Male verflucht hat. Der Leightweight war unter den Soldaten nicht sehr beliebt.

Hier ist auf dem Rucksack der Klappspaten mit dem Bajonett befestigt sowie eine Flare.

Am Alurahmen sieht man eine Claymorebag, und ein D-Ring mit Seil. Das Seil für den Swiss Seat (Siehe unter Informatives – Abseilen), wurde aber vielseitig verwendet und der D-Ring war typisch für Airborne und Airmobile/ Airassault Einheiten.

 

Die M1938 Map / Dispatch Case

Die Kartentasche wurde 1938 eingeführt und wurde bis in die 80er Jahre noch verwendet.
Sie hat ein großes Fach für Karten und Papiere und vorne aufgenäht Fächer für Stifte.
In Vietnam wurden die Karten und alles in der Tasche in Plastikfolien aufbewahrt um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Da die Kartentasche keine Anbringungsmöglichkeit am Koppel hatte, wurde sie über einen Trageriemen über der Schulter getragen.

Beispiel einer Kartentasche:

 

M1938 Kartentasche / (Diese Kartentasche ist ausgebleicht, die eigentliche Farbe ist Oliv)
M1938 Kartentasche / (Diese Kartentasche ist ausgebleicht, die eigentliche Farbe ist Oliv)

 

Karte vom Mekong Delta, sowie die Lineale für die Koordinaten
Karte vom Mekong Delta, sowie die Lineale für die Koordinaten

 

Unterlagen in einer Kartentasche. Memobuch, Karten, Unterlagen über das Platoon und Einsatzbefehle.
Unterlagen in einer Kartentasche. Memobuch, Karten, Unterlagen über das Platoon und Einsatzbefehle.

 

Verschiedene Karten
Verschiedene Karten