Schon von beginn des Vietnamkriegs war es klar, dass die Transporthelikopter durch Bodenfeuer sehr verwundbar waren und einen Begleitschutz braucht.
Flugzeuge waren dafür, wegen ihrer hohen Anfluggeschwindigkeit, nur bedingt nutzbar. Außerdem gehörten sie zur Air Force.

Man begann damit an die CH-21 Helikopter Maschinengewehre zu bauen um sich zu wehren. 1962, als die ersten Hueys nach Vietnam kamen, wurden diese schon mit 7,62mm M60 Maschinengewehren ausgerüstet oder je nach Version auch mit 69mm ungelenkten Raketen. Diese Gunships übernahmen nun den Begleitschutz der Transporthelikopter (Slicks), doch war das UH-1 Gunship auch nur eine vorübergehende Lösung, doch sie bildeten die ersten Kampfhubschrauber.
1965 wurden sogenannte "Eagle Flights" Gruppen gebildet. Sie bestanden aus einem Befehls- und Führungshelikopter, fünf bewaffnete Begleitschutz-, sieben Transport- und einen Sanitätshubschrauber. Diese "Eagle Flights" Gruppen wurden zum Vorbild der Taktik in der Luftbeweglichkeit.
Doch schnell stieß man auf die Granzen des UH-1. Seine Beladung war zu schwer geworden. Der Zusatz von Waffen und Munition beeinträchtigte die Flugleistung.
Ziel war es nun, einen Kampfhubschrauber zu entwickeln, der der Maschinengewehre und Raketen tragen konnte, ohne die Flugleistung zu beeinträchtigen.
Am 7. September 1965 startete der erste Prototypen des Bell 209 Huey Cobra zum Erstflug. Für diesen ersten, speziell für die Angriffsaufgaben entwickelten Hubschrauber übernahm man Antrieb, Rotor und Übertragung vom UH-1. Der Bordschütze besetzt in der Cobra den vorderen Sitz, der Pilot sitzt etwas erhöht hinten. Notfalls können die Besatzungsmitglieder auch jeweilig die Aufgabe des andern übernehmen.
Vor dem Copiloten befindet sich ein Panzerschild, um ihn vor frontalem Beschuss zu schützen. Der stromlinienförmige Rumpf wurde aus Aluminium mit Wabenstruktur gefertigt. Eines der markantesten Merkmale des Cobra ist die geringe Breite des Rumpfes. Der Rumpf ist auf Höhe des Cockpits nur 0,99 m breit, womit die zu treffende Silhouette bei Frontalbeschuss extrem gering gehalten wurde. Die Turbine, die Hydraulik und das Treibstoffführungssystem sind durch Panzerung vor Beschuss und Splitterwirkung geschützt. Des Weiteren besitzt der Cobra Stummelflügel, welche den Rotor beim Marschflug unterstützen und die externen Waffen tragen, und einen Kinnturm, der die Bordkanone beinhaltet. Anfangs bestand die Bewaffnung nur aus einem einzelnen 7,62mm Leichtgeschütz, welches in einem Turm unterhalb der Nase angebracht war.
Schon bald wurde es durch ein Zwillingssystem ersetzt und es kamen Stummelflügel dazu an denen man 69mm Raketen, 7,62mm Leichtgeschütze oder 20mm Kanonen in Behältern saßen.

Bild von 1971 Camp Eagle.
Ein AH 1 G, wegen seines Aussehens nannte man den Cobra auch Revolverheld. Bild von 1971 Camp Eagle.

Der Cobra kam im Jahre 1967 nach Vietnam und wurde sofort fester Bestandteil des Konzeptes der Luftbeweglichkeit.
Der Cobra arbeitet auch oft mit einem Aufklärungshubschrauber zusammen wie dem OH-6. Die Cobras entschieden meist den Kampf wenn sie über den heißen Landeplätzen auftauchten.

Bewaffnung

Anfänglich besaß der AH-1G den Minigun-Turm XM-64 (TAT-102A) von Emerson (mit einer M134 Minigun im Kaliber 7,62 mm, 8.000 Schuss), der vom Bell 207 Sioux Scout übernommen und später durch den M28 (TAT-141) ersetzt wurde. Der M28 kann entweder zwei Miniguns (M134 oder M29), zwei 40 mm Granatwerfer (M75 bzw. M129) oder einen Mix aus beidem tragen. Allerdings wurde der Waffenmix bevorzugt, da sich bei zwei Miniguns bzw. Granatwerfern Probleme mit der Munitionszuführung einstellten. Das Schussfeld des M28 verläuft von +20° bis -50° im Höhen- und von +/- 110° links/rechts im Seitenrichtbereich. Des Weiteren können an den Stummelflügeln M158 (7 Rohre) bzw. M200 (19 Rohre) Raketenwerfer für 70 mm (2,75 inch) FFAR, der M18 Kanonenbehälter für die M134 oder ab 1969 das M35 Waffensystem, welches die 20 mm M195 (eine Modifikation der M61) enthält, installiert werden.

AH-1 Cobra in Camp Eagle
AH-1 Cobra in Camp Eagle



Quellen:

Literatur:

Der Cobra, in Die Vietnam Erfahrung 1965-75, Bnd. 14, S 434 – 440, London 1988

Bernstein, Johnathan, US Army AH-1 Cobra Units in Vietnam, in Osprey Combat Aircraft Bnd. 41, Oxford 2003